Wissen – Fitness

„Regelmäßige Bewegung und körperliche Aktivität gehören zu den wichtigsten Einflussfaktoren der Lebensqualität und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Aufrechterhaltung von Gesundheit und Wohlbefinden.“ (Gesundheitsberichtserstattung des Bundes, 2005, S. 1). Eine gezielte und regelmäßige körperliche Aktivität kann Krankheiten bzw. Beschwerden in jedem Alter positiv beeinflussen. In Deutschland ist jedoch ein zunehmender Bewegungsmangel zu beobachten, der vor allem bei den Ärzten und Krankenkassen die Alarmglocken läuten lässt. 52% der Männer und 40% der Frauen im Alter von 20 bis 29 Jahren treiben mehr als zwei Stunden pro Woche Sport. Diese sportliche Aktivität sinkt jedoch mit zunehmendem Alter (bis 70-79 Jahren) auf bis unter 30% bei den Männern und ca. 22% bei den Frauen ab (Gesundheitsberichtserstattung des Bundes, 2005, S. 2). Der vorherrschende Bewegungsmangel führt vermehrt zu Beschwerden im aktiven und passiven Bewegungsapparat, welche durch ermittelte Zahlen und Fakten über die Krankheitslast der Deutschen belegt werden können. Für die Gesundheitsberichterstattung des Bundes (Juli 2006) erfasste das Robert-Koch-Institut, dass ca. vier Millionen Deutsche an Diabetes erkrankt sind, jede fünfte Frau und jeder siebte Mann unter chronischen Rückenschmerzen leiden, über 400.000 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben und bei ebenso vielen Personen Krebs diagnostiziert wird (Gesundheitsberichterstattung des Bundes, 2006, S. 19). Jedoch sieht dies nicht jeder deutsche Bundesbürger so. Drei Viertel der über 18-Jährigen Frauen und Männer schätzen ihren eigenen Gesundheitszustand als „sehr gut“ oder „gut“ ein. Seit Mitte der 1990er Jahre stieg der jährliche Anteil an Frauen und Männern, die ihre persönliche Gesundheit gegen den Trend der vorherrschenden Volkskrankheiten als „sehr gut“ beurteilen (Gesundheitsberichterstattung des Bundes, 2006, S. 15). Zu den dominierenden Erkrankungsgruppen zählen seit Jahren die Herz-Kreislauf- und die Krebserkrankungen. Jedoch gehören die Herz-Kreislauf-Krankheiten noch immer zu den häufigsten Todesursachen bei den deutschen Männern und Frauen und sie verursachen immer noch die insgesamt höchsten Behandlungskosten für das Gesundheitssystem. Die dritte größte Krankheitsgruppe bilden die Muskel- und Skeletterkrankungen. Ca. 22% der Frauen und 15% der Männer in Deutschland leiden fast täglich an chronischen Rückenschmerzen. Zu den Folgen dieser Krankheitslast gehören u. a. Arbeitsunfähigkeitstage, Frühberentungen, Pflegebedürftigkeit, Behinderung und frühzeitiges Versterben. Durchschnittlich ist jeder gesetzlich krankenversicherte Erwerbstätige rund 14 Tage im Jahr krankgeschrieben, 6,6 Millionen Deutsche werden als schwer behindert eingestuft und ca. zwei Millionen Menschen sind laut den Kriterien der Pflegeversicherung als pflegebedürftig zu bezeichnen (Gesundheitsberichterstattung des Bundes, 2006, S. 57). „Die Gesundheit und Lebenserwartung der Deutschen wird in erheblichem Maße von der sozialen Lage und dem Bildungsniveau, dem individuellen Lebensstil sowie Belastungen aus der Umwelt beeinflusst.“ (Gesundheitsberichterstattung des Bundes, 2006, S. 81). Konkrete Einflussgrößen auf die Gesundheit der Deutschen sind demzufolge u. a. Arbeitslosigkeit, Luftverschmutzung, geringes Gesundheitsbewusstsein, Tabak- und Alkoholkonsum, ungesunde Ernährungsgewohnheiten, Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und vor allem mangelnde körperliche Aktivität (Gesundheitsberichterstattung des Bundes, 2006, S. 81). Fakt ist einfach, dass eine gewisse körperliche Belastung diesen gesundheitlichen Risiken entgegenwirken und somit nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Gesundheit und Selbstständigkeit der Menschen in Deutschland fördern kann. „Bewegung hebt die Lebensqualität und senkt das Erkrankungsrisiko.“ (Gesundheitsberichterstattung des Bundes, 2006, S. 103 ff.). Eine regelmäßig stattfindende körperliche Aktivität kann einerseits das Risiko für zahlreiche Erkrankungen senken und andererseits eine Krankheitsbehandlung positiv beeinflussen bzw. vorhandene Beschwerden mindern. Es besteht also in Deutschland dringend Handlungsbedarf in Sachen körperlicher Bewegung. Laut den aktuellen Empfehlungen verschiedener internationaler Public Health Organisationen sollten sich Erwachsene mindestens 30 Minuten am besten jeden Tag aktiv bewegen, um so einen zusätzlichen Energieverbrauch von ca. 200 kcal am Tag zu bewerkstelligen. „Derzeit wird empfohlen, mindestens drei, besser jedoch an allen Tagen der Woche eine halbe Stunde körperlich aktiv zu sein, wobei Puls und Atemfrequenz zunehmen und ein leichtes Schwitzen auftreten sollten.“ (Gesundheitsberichterstattung des Bundes, 2006, S. 103). Diese Empfehlung ist die Grundlage für eine allgemeine Förderung des Wohlbefindens und der Gesundheit eines jeden Menschen. Die genannte halbe Stunde körperliche Aktivität kann zum einem mit Ausdauersportarten, wie z.B. Radfahren, Schwimmen und Dauerlauf, verbracht werden oder zum anderen mit zügigem Gehen im Alltag. Jedoch treiben laut den aktuellen Daten des Gesundheitssurvey 2003 37,4% der Männer und 38,4% der Frauen ab 18 Jahren überhaupt keinen Sport. Ca. 28,4% der deutschen Frauen und 20,9% der Männer beschäftigen sich weniger als zwei Stunden pro Woche mit Sport. Nur die übrigen Männer (41,7%) und Frauen (32,3%) treffen die Aussage, dass sie sich mehr als zwei Stunden in der Woche sportlich betätigen (Gesundheitsberichterstattung des Bundes, 2006, S. 103).